Therapeutische Beschallung mit Delphinlauten

Im Kontakt mit wildlebenden Delphingruppen konnte das Dolphin Space Forscherteam nachweisen, dass die Tiere eine Vielzahl an Lautäußerungen zeigen. Dabei werden die menschlichen Schwimmer u.a. mit sogenannten Echolokationslauten unmittelbar und vielfach beschallt. Hinzu erzeugen die Delphine eine Vielzahl an Pfeifflauten, sogenannte Rufe, die sie in unmittelbarer Nähe zu den Schwimmern abgaben. Das Dolphin Space Forschungsteam hat die Delphinlaute mit hohem technischen Aufwand aufgezeichnet. Genau diese Lautsequenzen kommen im Rahmen des Dolphin Space Programms therapeutisch zum Einsatz.

Therapeutische Wirksamkeit

Echolokationslaute können neuroelektrische und neurochemische Veränderungen im Gehirn bewirken, das haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Patienten, die Delphinlaute hören, zeigen eine Synchronisation der linken und rechten Hemisphäre und eine Zunahme der langsamen Gehirnwellenaktivität. Als Verursacher hierfür nennen Wissenschaftler eine Zunahme an Opiaten sowie cerebrospinale Endorphine und ACTH. Dies führte zum Beispiel bei autistischen Kindern zu qualitativ und quantitativ verbesserten sozialen Interaktionen und zu verbessertem Lernen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Echolokationslaute Neuronen und allgemein menschliches Gewebe manipulieren können. Die Produktion von Vorläufermolekülen zur körpereigenen Herstellung von Endorphinen und Hormonen wird beispielsweise angeregt

Authentizität der Delphinlaute

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Tonträgern oder auch Downloads im Internet, auf denen Delphinlaute zu hören sind. Dabei ist in der Regel nicht bekannt, welche Delphinart zu hören ist und in welchem Kontext die Laute aufgezeichnet wurden. Wissenschaftler fanden kürzlich heraus, dass Menschen emotional auf Tierlaute reagieren, obwohl sie in keiner Weise die Bedeutung der Laute erkennen konnten. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Emotionen von Menschen und Tieren auf einer unbewussten Ebene die gleichen Regionen im menschlichen Gehirn ansprechen. Die Forscher stützen die These, dass es ein gemeinsames und artübergreifendes emotionales System gibt. Somit ist es wichtig, dass im Kontext einer therapeutischen Beschallung mit Tierlauten der Kontext der Lautaufzeichnungen bekannt ist und nicht willkürlich ausgewählte Laute zum Einsatz kommen. Im Rahmen des Dolphin Space Programms kommen nur Lautsequenzen zum Einsatz, deren Kontext bei der Lautaufzeichnung bekannt war.

 

Weiterführende Fachliteratur vom Dolphin Space Forscherteam:

Scheer, M. 2008: Können Delfine heilen? - Neue wissenschaftliche Befunde zum Thema

"Delfinassistierte Therapie". Krankendienst 7: 208-211.

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Scheer, M. 2005. Delfine und Heilung: zwischen Wissenschaft und Spekulation.

Krankendienst 7: 177-181.

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Scheer, M. & Hofmann, B. 2004. Das Dolphin Space Programm. Krankendienst 1: 12-15.

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Scheer, M., Hofmann, B. & Behr, I.P. 2004. Ethogram of selected behaviors initiated by free-ranging short-finned pilot whales (Globicephala macrorhynchus) and directed to human swimmers during open water encounters. Anthrozoös 17: 244-257.

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